Wer sind al-Ahbâsch, wer ist Schaykh ^Abdullâh al-Harariyy?


Wer sind al-Ahbâsch (Ahbash)?

(Die Schüler von Schaykh ^abdullâh al-Habaschiyy, möge Gott ihm gnädig sein)

 

Bekanntmachung:

Sie studierten die Islamwissenschaften bei dem hochgeachteten Hadîth-Gelehrten,

Rechtsgelehrten und Sprachwissenschaftler Schaykh ^abdu l-Lâh al-Harariyy, bekannt als al-Habaschiyy. Einige Menschen nannten sie al-Ahbâsch mit Beziehung auf den Namen ihres Schaykhs. Der rechtliche Rahmen für ihre Arbeit ist der Islamische Verein für wohltätige Projekte.

 

Wer ist Schaykh ^abdullâh al-Habaschiyy?

Er ist Schaykh ^Abdu l-Lâh Ibn Muhammad Ibn Yûsuf, seine Abstammung geht zurück auf Banû Schaybah, ein Stamm aus Quraysch. Banu Schaybah sind diejenigen, die den Schlüssel der Ka ^bahbesaßen. Seine Mutter hieß Fâtimah al-Bakriyyah. Schaykh ^Abdu l-Lâh wurde in der Stadt Harar in Somalia, im Jahre 1328 H. (1910 R.) geboren.

Er eignete sich das islamische Wissen von großen und berühmten Gelehrten an. Zu ihnen gehören u. a.der Muftî von Habaschah (Abessinien) Schaykh Abû Bakr Muhammad Sirâdj al-Djabartiy, Schaykh Yûnus al-Habaschiyy, Schaykh Muhammad ^abdu s-Salâm, Schaykh Ahmad al-Basîr und andere Gelehrte.

Er erwarb die Lesarten der Qur'ân-Rezitation vom Qur'ân-Rezitator Schaykh Dâwûd al-Djabartiyy undvom Hadîth-Gelehrten und Qur'ân-Rezitator Schaykh Ahmad ^abdu l-Muttalib. Schaykh Ahmad war der Gelehrte der Qur'ân-Rezitatoren in der Harâm-Moschee in der Zeit vom Sultan ^abdu l-Hamîd und war der Vorbeter im Tarâwîh-Gebet im Ramadân.

Schaykh ^abdu l-Lâh studierte gründlich viele Wissenschaftsbereiche dazu gehörten: das Rechtswissen (Fiqh), die Qur'ân-Interpretation, das Hadîthwissen, die arabische Sprachwissenschaft, die Glaubenslehre und andere Bereiche. Er lernte den edlen Qur'ân auswendig und viele Lehrbücher verschiedener Wissenschaftsbereiche.

Mit großer Hingabe strebte er nach Wissen und dem Zusammenkommen mit Gelehrten.

Schaykh ^Abdu l-Lâh ging nach Makkah, Madînah und asch-Schâm[1] mit der Absicht zu lernen und zu lehren. Er kam mit dem Schaykh Muhammad Ibn ^Aliyy As-Siddîqiyy al-Bakriyy al-Khayrabâdiyy al-Madaniyy zusammen. Er studierte weiterhin bei anderen Gelehrten von Makkah. Danach reiste er nach Damaskus und erwarb das Wissen vom Schaykh Mahmûd Fâyiz ad-Dîr^atâniyy, dem Qur'ân-Rezitator in der al-Kâmiliyya-Schule.

Im Jahre 1370 H. (1950 R.) kam Schaykh ^Abdu l-Lâh nach Beirut und wurde von hochgeachteten Gelehrten herzlich empfangen, wie Schaykh al-Mustaschâr Muhammad asch-Scharîf, Schaykh al-Qâdî Muhyi d-Dîn al-^Adjûz, Schaykh Tawfîq al-Habriyy, Schaykh ^Abdu l-Wahhâb al-Bûtâriyy und derMuftî und Schaykh Mukhtâr al-^alâyliyy, der sein immenses Wissen und seine Kenntnisse bestätigte.

Schaykh ^abdullâh al-Harariyy war ein bescheidener und frommer Asket, dessen Gewissen rein war. Er war aufrichtig in seinen Worten und seinen Handlungen und seine Bücher und Abhandlungen sind ein Beweis für sein immenses Wissen und seine Genauigkeit.

Schaykh ^abdullâh verstarb am 2. Ramdân 1429 H, am 2. September 2008 R, möge Gott ihm gnädig sein.

 

Die Glaubenslehre:

Die Schüler von Schaykh ^abdullâh gehören keiner Sekte an und rufen nicht zu einer neuen Religion oder Rechtschule auf. Ihre Glaubenslehre ist die islamische Glaubenslehre, die dem edlen Qur'ân und der Sunnah des Propheten Muhammad entspricht, und somit mit der Glaubenslehre der islamischen Gelehrten übereinstimmt. Dieser Glaube ist: Gott ist einzig, Er hat keinen Teilhaber, Er ähnelt nichts und niemandem, Er ist der Lebendige, Er stirbt nicht, Er ist über alle Dinge mächtig, niemand kann Ihm etwas verbieten, was Er will geschieht. Gott hat vollkommene Eigenschaften, die zu Ihm passen. Er hat die Himmel erschaffen und machte sie zu Wohnorten für die Engel, Er ist erhaben über Ort. Er erschuf den Thron als ein Zeichen seiner Allmacht und nicht, um ihn für Sich als Platz einzunehmen. Gott kann man sich nicht vorstellen und die Wirklichkeit Gottes weiß niemand außer Gott. Alles was man sich vorstellt ähnelt Gott nicht. Nichts und niemand ähnelt Ihm, Er ist der Allhörende und Allsehende. Die Schüler von Schaykh ^abdulllâh, möge Gott ihm gnädig sein, glauben an alle Propheten, von denen, der erste Âdam ^alayhi s-Salâm und der letzte Muhammad war. Sie handeln nach dem edlenQur'ân und folgen der Sunnah des Propheten Muhammad.

Die Schüler von Schaykh ^abdullâh widersprechen nicht dem Konsens der vier großen Gelehrten (Imâm Abû Hanîfah, Imâm Mâlik, Imâm asch-Schâfi^iyy und Imâm Ahmad), sondern sie stimmen mit ihnen überein, da sie in den Grundlagen der islamischen Religion keine Meinungsverschiedenheiten haben. Die Meinungsverschiedenheiten haben diese Gelehrten in Angelegenheiten, die nicht zu den Grundlagen gehören, dies zählt als Gnade für die islamische Gemeinschaft, und wer sich in diesen Angelegenheiten einem dieser Rechtsgelehrten fügt, der würde somit keine Sünde begehen.

 

Was wollen al-Ahbâsch?

Die Schüler von Schaykh ^abdullâh al-Harariyy streben danach, die reine Religionslehre unter Jugendlichen und Erwachsenen zu verbreiten, ohne Übertreibung und Verworrenheit, mit dem Ziel das Individuum und die Gesellschaft positiv zu unterstützen und dadurch im Jenseits viel Belohnung zu erhalten.

Die Ahbâsch folgen bezüglich der religiösen Gesetzesregelungen den islamischen Gelehrten, sowohl den Gefährten des Propheten (Sahâbah) als auch den Tâbi^în und denen, die ihnen bis heute auf richtige Art und Weise gefolgt sind. Sie weichen nicht von dem ab, was die großen Gelehrten in ihren berühmten Büchern über die Glaubenslehre festgelegt haben, wie das Buch al-Fiqhu l-Akbar von Imâm Abû Hanîfah, das Buch al-^aqîdah t-Tahâwiyyah vom Imâm Abû Dja^far at-Tahâwiyy und andere Bücher der Gelehrten von Ahlu s-Sunnah wa l-Djamâ^ah, und über Rechtswissen: das Buch al-Ummvon Imâm asch^-Schâfi^iyy, das Buch ar-Rawdah von an-Nawawiyy und andere berühmte und bekannte Bücher von den Gelehrten der vier Rechtschulen.

 

Was machen die Ahbâsch?

Al-Ahbâsch, wie manche sie genannt haben, streben danach die islamische Religion, ohne jegliche Übertreibungen und Nachlässigkeit, zu praktizieren.

Mit Weisheit und Ratschlägen, ohne jeglichen zerstörenden Radikalismus und Extremismus. DieAhbâsch bezeichnen sich weder als Richter noch als Regierende unter den Menschen. Ihre Aktivitäten sind in folgenden Bereichen zu finden:

1. Das Lehren der islamischen Religion in Moscheen, Schulen und Häusern.

2. Die Veröffentlichung von nützlichen Bücher und Drucksachen.

3. Das Errichten von nützlichen Institutionen in der Gesellschaft.

4. Das Halten von Bildungsvorträgen und Seminaren.

5. Die Veranstaltungen von Festen aufgrund religiöser Anlässe, auf besondere Art und Weise, um daraus Lehren zu ziehen. Und die Maschârî^ Gesangsgruppe des Vereins sind ein deutlicher Beweis für diese besondere Art.

6. Das große Interesse an der Bildung und Unterrichtung der Kinder, im Rahmen von durchdachten und unterhaltsamen Methoden.

Die Schüler von Schaykh ^abdullâh streben stets danach ihre Arbeiten zu verbessern, wie in den Bereichen Soziales und Bildung.

 

Finanzen der Ahbâsch

Der Verein finanziert sich ausschließlich durch die Beiträge der Mitglieder und Spenden wohltätiger Menschen und derjenigen, die dem Verein ihr Vertrauen geschenkt haben, deren Anzahl sich tagtäglich vermehrt. Sie suchen unsere Veranstaltungen auf und unterstützen uns mit einer Spende. DieAhbâsch veranstalten ihre Projekte entsprechend ihrer Fähigkeiten. Sie stehen nicht im Dienst irgendeines Staates, und durch die Selbstfinanzierung entzieht sich der Verein jeglicher Fremdbestimmung und somit jedem Missbrauch für fremde Interessen. Ihre Entscheidung ist Unabhängig und ihre Zuverlässigkeit ist ihre Besonderheit. Unter ihnen gibt es weder Egoismus noch diejenigen, die Schulen, Institutionen und Grundstücke auf die Namen ihrer Ehefrauen, ihrer Kinder, ihrer Väter oder Schwiegereltern verbuchen. Deswegen zeigt sich in unseren Projekten, die wir angefangen haben, auch der Segen bei dem Aufbau der Projekte, die schließlich zum Nutzen für die Gesellschaft beitragen.

 

Die Lügner und ihre Unterstellungen gegenüber al- Ahbâsch:

Einige Menschen dichten Lügen gegenüber den Ahbâsch, da sie keine Beweise haben und nicht in der Lage sind eine Debatte gegen Schaykh und seine Schüler zu führen. Alles, was sie sagen ist folgendes: „...die Ahbâsch essen keine Eier, da der Hahn und die Hühner keinen islamischen Ehevertrag geschlossen hätten." Einige behaupten sogar, dass die Ahbâsch keinen Honig essen würden, weil die Bienen den Nektar, ohne Erlaubnis des Blumenbesitzers, genommen hätten.

Und einige unterstellen den Ahbâsch, dass sie den Menschen beibringen würden, dass derjenige, der die Schuhe einer Frau anzieht, somit den verbotenen Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt hätte. Und einige Verleumder sagen dass al-Habaschiyy die Eigenschaften Gottes leugnen würde und dass er Zins für erlaubt erklären würde. Und andere dichten andere Lügen über andere Themen. Und das alles sind nur Lügen und Unterstellungen. Jeder, der vernünftig denkt, verwirft dies und weiß, dass dies nur  Behauptungen sind. Die Bücher von Schaykh ^abdullâh sind  die besten Beweise dafür, um ihre Unterstellungen und Lügen zunichte zu machen. Und wenn wir alle ihre Unterstellungen erwähnen würden, dann könnten wir daraus ein Buch machen.

 

Das Thema Unglaube:

Den Schülern von Schaykh ^abdu l-Lâh al-Habaschiyy wird unterstellt, dass sie die Muslime für ungläubig erklären würden. Die Bücher von Schaykh ^abdullâh, die die Aussagen der Gelehrten beinhalten, sind überall erhältlich. Und seine Vorlesungen und Seminare finden öffentlich in Moscheen statt. Und derjenige, der behauptet, er hätte ein erfundenes abweichendes Gesetz bezüglich des Unglaubens entdeckt,  der soll dies beweisen.

Die Ahbâsch erklären denjenigen für ungläubig, der die Existenz Gottes leugnet oder Gott mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschreibt, oder Gott beschimpft, oder einen Propheten beschimpft, oder auf den edlen Qur'ân tritt, oder den edlen Qur'ân in den Müll wirft, mit dem Wissen, das dieses Buch den Qur'ân enthält. Sie erklären denjenigen für ungläubig, der etwas leugnet, was in der Religion als notwendig bekannt ist, und denjenigen, der etwas für erlaubt erklärt, was in der Religion notwendigerweise als verboten bekannt ist, ebenso denjenigen, der den Qur´ân, einen Propheten oder ein islamisches Symbol verachtet. Dies alles ist in den Büchern der Gelehrten der vier Rechtschulen festgelegt, somit hat Schaykh ^Abdu l-Lâh nichts neues eingeführt, sondern er erwähnte das, was die vorangegangenen Gelehrten und Wissenschaftler in ihren Büchern erwähnt haben.

Die Warnung vor dem Unglauben ist somit etwas Lobenswertes und keinesfalls etwas, was zu kritisieren wäre.

 

Fazit:

Fazit ist, dass die Ahbâsch eine Gemeinde von Ahlu s-Sunnah Wal-Djamâ^ah sind. Eine Gemeinde, die in der Gesellschaft mitwirkt und am Aufbau der Heimat teilnimmt, ohne Komplikationen, Verschlossenheit, Vernachlässigung, und fern von Extremismus und Übertreibung. Sie sind bestrebt die richtigen, unverfälschten religiösen Grundsätze mit Weisheit zu verbreiten. Sie verschmutzen ihre Hände nicht mit Geld aus verbotenen Quellen, und verwickeln die Jugendlichen nicht in törichte Auseinandersetzungen. Ihnen geht es darum, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren, sowie nützliche Institutionen zu errichten und die Güte und den guten Charakter den alten und jungen Menschen zu lehren. Ihre Geschichte und ihre Praxis bezeugen all dieses, und bezeugen die Reinheit ihrer Hände, die Ehrlichkeit ihrer Worte und ihre Ferne zur Anbiederung und zum Betrug. Sie werden somit benötigt die Heimat aufzubauen und sie sind wichtige Teilhaber darin diese Heimat zu erheben. Wer sie gerecht betrachtet, der wird dieses erkennen. Wer aber mit Hass und Neid auf sie schaut, der bildet sich etwas ein, was nicht der Wirklichkeit entspricht.

Gott ist der Allwissende, Nichts bleibt Ihm verborgen, und im Jenseits werden die Menschen zur Rechenschaft gezogen.

Der Hadithgelehrte Schaykh ^Abdullâh al-Harariyy

Der hochgeachtete Hadîth-Gelehrte
Imâm ^abdullâh al-Harariyy möge Gott ihm Gnädig sein

Er ist der hochgeachtete Gelehrte, das Vorbild für Glaubwürdigkeit unter den Wissenschaftlern, die Stütze für diejenigen, die mit Genauigkeit Schriften überprüfen, das Oberhaupt der Gelehrten seiner Zeit, welche ihr Leben der islamischen Wissenschaft widmen, der Imâm, der Hadîth-Gelehrte, der fromme Asket, der Tugendhafte, welcher in Gottesanbetung verharrt, der Besitzer eminenter Begabungen, Schaykh Abû ^abdi r-Rahmân ^abdu l-Lâh Ibn Muhammad Ibn Yûsuf Ibn ^abdi l-Lâh Ibn Djâmi^ asch-Schaybiyy, al-^Abdariyy, al-Quraschiyy und al-Harariyy.

Schaykh ^abdu l-Lâh wurde in der Stadt Harar, im Jahre 1328 H. (1910 R.) geboren.

Lebenslauf und Reisen

Schaykh ^abdu l-Lâh ist in einer bescheidenen Familie aufgewachsen, die die islamische Religionswissenschaft und ihre Gelehrten liebte. Er verinnerlichte den edlen Qur’ân, indem er ihn mit sieben Jahren auswendig lernte und hervorragend rezitieren konnte.

Bei seinem Vater studierte er das Werk "al-Muqaddimatu  l-Hadramiyyah" und das Buch "al-Mukhtasaru s-Saghîr", welches sich mit der Rechtswissenschaft (Fiqh) befasst und in seiner Heimat bekannt ist.

Er widmete seine Zeit der Aneignung von Wissen und dem Auswendiglernen von Lehrbüchern verschiedener Wissenschaftsbereiche. Anschließend schenkte er große Aufmerksamkeit derHadîth-Wissenschaft[1] und lernte die sechs Hadîth-Bücher[2] und andere mit ihren Überlieferungsketten auswendig und hatte somit vor seinem 18. Lebensjahr die Erlaubnis für die Hadîth-Überlieferung und für die Erteilung islamischen Rechtsgutachtens (Fatwâ).

Schaykh ^abdu l-Lâh begnügte sich nicht mit dem Wissen der Gelehrten seiner Heimat und der Umgebung, sondern durchquerte Somalia und das damalige Abessinien (al-Habaschah), um sich von den dortigen Gelehrten Wissen anzueignen. Für diesen Zweck unternahm er viele beschwerliche und mühsame Reisen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, weitere Reisen zu unternehmen, sobald er von neuen Gelehrten hörte, um sich von ihnen Wissen zu erwerben. Standhaftigkeit war bereits eine Eigenschaft früherer Gelehrten.

Seine Intelligenz und seine außergewöhnliche Gedächtniskraft verhalfen ihm, sich im Wissen der schâfi^îtischen Rechtsschule und ihren Grundlagen zu vertiefen und sich die verschiedenen Aussagen innerhalb der Rechtsschule, sowie das Wissen der mâlikîtischen, hanafîtischen undhanbalîtischen Rechtsschule anzueignen. Aufgrund seines enormen Wissens wurde er zu dem Gelehrten, dem die Menschen vertrauten und den sie auswählten, um sie auf den rechten Weg zu führen und zu dem sie aus verschiedenen Orten Somalias und Abessiniens anreisten, um von ihm zu lernen und Rechtsgutachten zu erhalten.

[1] Hadîth/Sunnah: Aussagen, Handlungen und Zustimmungen des Propheten Muhammad, salla l-Lâhu ^alayhi wa sallam.

[2] Die sechs Hadîth-Bücher: Sahîh al-Bukhâriyy, Sahîh Muslim, Sunan an-Nasâ'iyy, Sunan Abû Dâwûd, Sunan at-Tirmidhiyy und Ibnu Mâdjah.

Seine Gelehrte

Er eignete sich das schâfi^îtische Rechtswissen, seine Grundlagen und die arabische Grammatik von folgenden Gelehrten an: Schaykh Muhammad ^abdu  s-Salâm al-Harariyy, Schaykh Muhammad ^umar Djâmi^ al-Harariyy, Schaykh Muhammad Raschâd al-Habaschiyy, Schaykh Ibrâhîm Abu l-Ghayth al-Harariyy, Schaykh Yûnus al-Habaschiyy und Schaykh Muhammad Sirâdj  al-Djabartiyy. Bei diesen Gelehrten studierte er die wichtigen Werke, wie z.B. "Alfiyatu z-Zubad", "at-Tanbîh", "al-Minhâdj", "Alfiyatu ibni Mâlik" und von dem Gelehrten asch-Schîrâziyy das Werk "al-Luma^" und weitere bedeutende Werke. 
Die arabische Sprachwissenschaft studierte er insbesondere bei dem rechtschaffenen Schaykh Ahmad al-Basîr und Schaykh Ahmad Ibn Muhammad al-Habaschiyy.
Das Rechtswissen der hanafîtischen, mâlikîtischen und hanbalîtischen Rechtsschule und deren Grundlagen studierte er bei Schaykh Muhammad al-^arabiyy al-Fâsiyy und Schaykh ^abdu r-Rahmân al-Habaschiyy. Das Wissen der Auslegungswissenschaft des Qur’ân eignete er sich von Schaykh Scharîf al-Habaschiyy in der Stadt Djimmah an. Er erwarb das Wissen bezüglich der Hadîth-Wissenschaft von vielen Gelehrten, u.a. von Schaykh Abû Bakr Muhammad Sirâdj al-Djabartiyy und Muftiyy von Abessinien, Schaykh ^abdu r-Rahmân ^abdu l-Lâh al-Habaschiyy. Er kam mit dem frommen Hadîth-Gelehrten und Experten der Qur’ân-Rezitation, Schaykh Ahmad ^abdu l-Muttalib al-Djabartiyy al-Habaschiyy[1], Gelehrter und Lehrer der Qur’ân-Rezitation, der Harâm-Moschee[2] zusammen. Schaykh ^Abdu l-Lâh studierte bei diesem bedeutenden Gelehrten die 14 Lesarten der Qur’ân-Rezitation, profitierte zusätzlich von ihm bezüglich des Hadîth-Wissens und erhielt von ihm die Erlaubnis, dies weiter zu lehren. Zu seinen weiteren Lehrern zählt auch der Qur’ân-Rezitator Schaykh Dâwûd al-Djabartiyy und Schaykh Mahmûd Fâyiz al-Dîr^atâniyy aus Damaskus, welcher sieben der Lesarten beherrschte.

Der Beweis für seine Auffassungsgabe ist, dass einige Gelehrten, von denen er sich das Wissen in Abessinien erwarb, später ihm das vortrugen, was er einst von ihnen gelernt hatte, um von seinem immensen Wissen zu profitieren. 
Allâh, Der über alles Erhabene, gibt die Weisheit, wem Er will.

Alsdann ging Schaykh ^abdu l-Lâh nach Makkah und lernte die dortigen Gelehrten, wie den mâlikîtischen Gelehrten as-Sayyid ^alawiyy, Schaykh Amîn al-Katbiyy, Schaykh Muhammad Yâsîn al-Fâdânî und Schaykh Muhammad 
al-^arabiyy at-Tabbân kennen und kam mit Schaykh ^abdu
l-Ghafûr al-Afghâniyy an-Naqschabandiyy, von dem er die Naqschabandiyyah-Tarîqah erhielt, zusammen.
Schaykh ^Abdu l-Lâh reiste daraufhin zu den Gelehrten von Madînah und studierte die Hadîth-Wissenschaft bei dem Hadîth-Gelehrten Muhammad Ibn ^aliyy As-Siddîqiyy al-Bakriyy al-Hindî al-Hanafî, von dem er die Berechtigung erhielt, diese weiterzulehren. Schaykh ^abdu l-Lâh erhielt von vielen Gelehrten, die wir hier nicht alle erwähnen können, die Erlaubnis, verschiedene Wissensbereiche zu lehren.
Ende der 50er Jahre (R.) unternahm Schaykh ^abdu l-Lâh eine Reise nach Baytu l-Maqdis/Palästina und von dort reiste er weiter nach Damaskus, deren Bewohner ihn sehr herzlich empfingen. Seine Reise führte ihn weiter in 
asch-Schâm und er bereiste dort die Städte Beirut, Humus, Hamâh und Aleppo sowie andere Städte. Viele Gelehrte dieser Region profitierten von seinem immensen Wissen, welches sie auch bestätigten. Schaykh ^abdu l-Lâh wurde von den Gelehrten zum Nachfolger des anerkannten Schaykh Badru d-Dîn al-Hasaniyy und zum Hadîth-Gelehrten des asch-Schâm ernannt.

[1] Schaykh Ahmad ^abdu l-Muttalib al-Djabartiyy al-Habaschiyy war Gelehrter und Vorbeter der Harâm-Moschee in der Zeit des Sultans ^abdu l-Hamîd, dem Zweiten.

[2] Die Harâm-Moschee ist die heilige Moschee in Makkah.

Seine Lebensweise

Schaykh ^abdu l-Lâh al-Harariyy ist ein gottesfürchtiger, bescheidener und frommer Asket, dessen Gewissen rein ist. Es entgeht ihm kein Augenblick, in dem er seine Zeit nicht mit Lesen, Lehren, Ermahnen und Rat geben verbringt.
Er ist ein rechtschaffener und sehr weiser Mensch, der am Qur’ân und an der Sunnah festhält. Er ist ein Mensch mit hohem Intellekt, starken Argumenten und Beweisen. Schaykh ^abdu l-Lâh ist mit großer Hingabe in der Bekämpfung derjenigen, die der islamischen Gesetzgebung widersprechen und ist von hoher Bestrebung für das Gebieten des Guten und das Verhindern des Schlechten erfüllt.
Die Anstifter zu schlechten Neuerungen und diejenigen, die vom rechten Weg abgeirrt sind, meiden ihn und fürchten seine starke Persönlichkeit. Gott, Der über alles Erhabene, hilft denjenigen, die sich auf dem richtigen Weg befinden.
Dies sind nur einige Auszüge aus der Biographie von Schaykh ^abdu l-Lâh. Würde man ins Detail gehen, so würde es Bände füllen. Das Erwähnte gleicht einem Buchtitel, der auf den Inhalt des Buches schließen lässt.

Seine Unterrichte

Schon in seinen frühen Jahren begann Schaykh ^Abdu l-Lâh Unterricht zu erteilen, womit er das Lehren und Lernen miteinander verband. Unter seinen Schülern befanden sich einige, die älter waren als er selbst.
Durch seine Kenntnisse über die Biographien der Hadîth-Gelehrten und ihrer Einstufungen, und durch die gründliche Vertiefung in die Sunnah-, Sprach- und Qur’ân-Auslegungswissenschaft, sowie dem Wissen bezüglich des Erbrechts und vielen anderen Wissensbereichen, übertraf er die Gelehrten von Somalia und Abessinien. Er studierte und beherrschte alle islamischen Wissenschaften, so dass ihm kein Wissensbereich unbekannt blieb. Seine präzise Einführung in einen bestimmten Wissensbereich lässt bei dem Hörer den Eindruck entstehen, als würde Schaykh ^abdu l-Lâh nur diesen Wissensbereich so gut beherrschen. In Wirklichkeit trifft seine Präzision auf alle Wissensbereiche zu.

Sein Tod und seine Beisetzung


Der Hadîth-Gelehrte Imâm Al-Harariyy starb am Dienstag, den 2. Ramadân 1429 H. (2. September 2008 R.) in seinem Haus in Beirut im Alter von achtundneunzig Jahren, möge Gott ihm gnädig sein.
Die Beisetzung hat am Dienstagnachmittag in Beirut stattgefunden. Die Anteilnahme war gewaltig, Tausende waren gekommen, um Abschied vom verstorbenen Hadîth-Gelehrten Imâm ^abdu l-Lâh Al-Harariyy zu nehmen. Es waren unter Ihnen seine Schüler, Anhänger und eine große Anzahl von Gelehrten und Persönlichkeiten aus Beirut und anderen Provinzen des Libanon.
Der Leichnam des großen Imâm wurde nach dem Mittagsgebet von seinem Haus zur Moschee Burdj Abî Haydar gebracht. Dort und rundum die Moschee und in den unweit umliegenden Straßen hatte sich bereits eine sehr große Menschenmenge versammelt. Es gab keine freien Plätze mehr in und außerhalb der Moschee. Tränenreich nahmen die trauernden Anwesenden Abschied von den sehr geliebten Hadîth-Gelehrten Imâm ^abdu l-Lâh Al-Harariyy.
Es ging so weiter bis die Zeit des Nachmittagsgebetes eintrat. Die Anwesenden verrichteten dann das Verstorbenengebet für den Imâm ^abdu l-Lâh Al-Harariyy.
Anschließend fand die Beisetzung des hochgeachteten Gelehrten auf einem Privat-Grundstück in der Nähe der Moschee nach islamischem Recht, statt.
Darüber hinaus vereinten sich in Trauer sehr viele Muslime in der arabischen Welt, Europa, Asien, Australien, in den vereinigten Staaten und Kanada in Moscheen, Gebetsräumen und Islamischen Zentren.

 

 

 


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